Eines der wohl weichesten Nester unter den Wildbienen…

ist das Nest der Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum). Wie der Name andeutet, stopft sie ihr Nest mit “Wolle”, gewonnen aus Pflanzen, für ihre Eier aus.  

Aber was hat diese Wildbiene sonst so drauf? Wie sieht das Leben einer Garten-Wollbiene aus? 


Zuerst ein paar Fakten: 

Die Garten-Wollbiene… 

…gehört zu den Solitär-Bienen. 

…ist ca. 1 – 1,5 cm lang, die Männchen werden ein paar Millimeter größer als die Weibchen. 

…ähnelt mit ihrem Aussehen einer Wespe.

Die Garten-Wollbiene unterscheidet sich äußerlich von der Wespe, indem ihr Körper breiter gebaut ist und die gelben Streifen auf ihrem Hinterleib sich nicht verbinden.

…fliegt von Juni bis August oder September; da sie in Mitteleuropa überall verbreitet ist, kann man sie zurzeit im Garten entdecken. Wenn ihr also eine vermeintliche Wespe sieht, die doch etwas dicker ist und die Streifen sich abbilden, wie auf dem Bild, dann könnte es die Garten-Wollbiene sein. 

…fliegt super schnell und kann sogar im Flug auf einer Stelle schweben. 


Die männlichen Garten-Wollbienen verbringen ihren Tag damit, ein Revier zu besetzen. Denn sie sind darauf aus, sich mit den Weibchen zu paaren, die in ihrem Revier Pollen und Nektar sammeln. Dafür machen die Männchen Kontrollflüge durch ihr Revier. Falls ein Eindringling hereinkommt, der sich als Konkurrenz darstellt, rammen die Männchen diesen mit ihrem Hinterteil. Hier haben sie einen Fortsatz aus drei spitzen Zacken, der andere Insekten schwer verletzen kann – der sogenannte “Dreizack”.  


Die Weibchen hingegen sammeln den Tag über Pollen und Nektar. Dies geschieht mit rubbelnden Kopfbewegungen an den Pflanzen; die Pollen werden in eine bestimmte Gesichtsbehaarung gekämmt und dann durch die Bauchbürste, die Haare am Unterleib der Biene, zum Nest transportiert. Wegen dieser Vorgehensart gehört die Garten-Wollbiene zu den Bauchsammlerbienen.

Die Brutzelle für ihre Eier richtet das Weibchen meist aus schon fertigen Hohlräumen her. Zunächst wird die Brutzelle mit der sogenannten “Wolle” ausgefüllt.

Die „Wolle“ sind Pflanzenhaare, die die Biene zum Beispiel von den Blättern des Wollziest gewinnt.

Dann wird die Zelle mit Pollen und Nektar gefüllt. Zum Imprägnieren, also zum Schützen der Brutzelle, verwendet die Garten-Wollbiene gelegentlich Drüsenhaarsekret. Das ist das Sekret, das Pflanzen als Abwehr gegen Pflanzenfresser nutzen. Die Biene saugt es mit ihren haarigen Polstern an den Beinen auf. Erst dann wird das Ei in die Brutzelle gelegt. In jede Brutzelle kommt jeweils ein Ei. Wenn alle Brutzellen bestückt sind, verschließt das Weibchen ihr Nest gerne mit Steinchen oder anderen Pflanzenteilen – für die extra Sicherheit. Sobald alle Nester fertig sind, stirbt das Weibchen. Die Larven Überwintern in ihrem Nest und fangen im Juni an zu fliegen. So schließt sich der Kreislauf. 



Quellen: 

https://www.wildbienen.de/eb-amani.htm

https://www.petnews.de/petnewscenter/aktuelles-aus-der-heimtierbranche/8016-weltbienentag-das-leben-der-garten-wollbienen-in-naturnahen-gaerten

Die Gemeine Wollbiene (Anthidium manicatum) 

Garten-Wollbiene am Woll-Ziest 

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..